Einsteigerwissen kompakt: Brennweite, Blende und Schärfentiefe Zurück

23.8.2018

Wer beim Fotografieren nicht immer nur auf die Automatik-Funktion seiner Kamera angewiesen sein möchte, kommt nicht um die Beschäftigung mit dem Thema Schärfentiefe herum. Denn zum einen soll das auf dem Foto Abgebildete natürlich scharf dargestellt sein, zum anderen aber können in bestimmten Bereichen des Bildes durchaus auch Unschärfen erwünscht sein.

Brennweite, Blende und Distanz bestimmen die Schärfentiefe

Als Schärfentiefe wird in der Fotografie derjenige Entfernungsbereich bezeichnet, der auf dem Bild scharf dargestellt wird. Mitunter wird auch von Tiefenschärfe gesprochen, was sachlich allerdings nicht korrekt ist. Durch entsprechende Einstellungen am Objektiv beziehungsweise an der Kamera kann der Fotograf die Schärfentiefe nach seinen Vorstellungen beeinflussen. Dabei sind drei Einflussfaktoren zu berücksichtigen, von denen die Schärfentiefe abhängt. Zum einen ist dies die Distanz zum Objekt, die in der Praxis allerdings nicht immer frei wählbar ist. Zum anderen wird die Schärfentiefe durch die Brennweite des Objektivs und die verwendete Blende beeinflusst. Dabei gilt: Je weiter das Objektiv geöffnet ist, desto geringer die Schärfentiefe. Umgekehrt sorgt starkes Abblenden dafür, dass die Schärfentiefe deutlich zunimmt. Das ist auch der Grund, warum professionelle Fotografen für Porträts oder Objektaufnahmen, bei denen der Hintergrund unscharf erscheinen soll, sehr lichtstarke Objektive (mindestens f/2,8) einsetzen. Das Arbeiten mit geringen Schärfentiefen erfordert etwas Übung, gelingt dann jedoch von Mal zu Mal besser. Ein einfacher, aber hilfreicher Tipp: Bei einem Porträt wird der beste Effekt dann erzielt, wenn das dem Betrachter am nächsten liegende Auge des Models am schärfsten dargestellt wird.

Der Einfluss von Distanz und Brennweite auf die Schärfentiefe

Hinsichtlich der Distanz gilt, dass eine größere Schärfentiefe erreicht wird, wenn man auf ein Objekt in größerer Entfernung fokussiert, beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen. Umgekehrt geht eine geringe Entfernung vom Objekt - etwa in der Makrofotografie - mit einer geringeren Schärfentiefe einher. Zudem haben Objektive mit kurzer Brennweite eine große, langbrennweitige Linsen dagegen eine geringere Schärfentiefe. Daher ist das Scharfstellen bei Weitwinkelobjektiven meist unproblematisch, während es bei Teleobjektiven eine größere Herausforderung darstellt. Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Thema Schärfentiefe für Fotografie-Einsteiger, ein wenig zu experimentieren. Wer eine Serie von Fotos mit unterschiedlichen Entfernungen, Brennweiten und Blendenwerten aufnimmt, bekommt dabei schnell ein Gefühl für die Zusammenhänge dieser Einflussfaktoren untereinander. Einige Objektive sind auch mit entsprechenden Markierungen versehen, an denen sich der jeweilige Schärfenbereich ablesen lässt. Und für die Anschaffung von Objektiven gilt, dass diejenigen, die sich vor allem mit Objekt- und Porträtaufnahmen, aber auch mit Tierfotos und ähnlichen Themen beschäftigen wollen, auf eine ausreichende Lichtstärke achten sollten, die ihnen ein kreatives Spiel mit der Schärfentiefe erlaubt.