Architekturfotografie leicht gemacht: die wichtigsten Tipps für Einsteiger Zurück

26.9.2018

Spektakuläre moderne Architektur, geschichtsträchtige Baudenkmale oder auch nur das faszinierende Spiel von Licht und Schatten auf einer Fassade, - all das sind reizvolle Fotomotive. Um sie optimal ins Bild zu setzen, bedarf es nicht unbedingt einer teuren Profi-Ausrüstung. Wenn Sie einige wichtige Punkte beachten, können Ihnen auch mit einer relativ einfachen Ausrüstung beeindruckende Architekturfotos gelingen.

Architektur fotografieren: Niemals ohne Stativ!

Architekturaufnahmen haben einen großen Vorteil: Ihre Motive bewegen sich nicht vom Fleck, sodass Sie genügend Zeit für Ihre Aufnahme haben. Sie müssen auch nicht unbedingt mit möglichst kurzen Belichtungszeiten arbeiten und können daher auch ohne ein lichtstarkes und teures Objektiv sehr gute Resultate erzielen. Einer der wichtigsten Punkte bei einem jeden Architekturfoto ist die Ausrichtung der Kamera. Halten Sie die Kamera bei der Aufnahme schief, dann stört dies wegen der zahlreichen geraden Linien auf einem Architekturfoto weitaus mehr als beispielsweise bei einem Tierfoto, insbesondere wegen der "stürzenden Linien", die aufgrund der Perspektivwirkung bei einer schräg nach oben gerichteten Kamera entstehen können.

Um derartige Probleme zu vermeiden, sollten Sie bei Architekturaufnahmen grundsätzlich ein Stativ verwenden, auch wenn die Lichtsituation sehr kurze Belichtungszeiten erlauben würde und somit keine "Verwacklungsgefahr" bestünde. Um die Kamera gerade auszurichten, sollten Sie zudem - falls das bei ihrem Kameramodell möglich ist - entweder eine Gittermattscheibe verwenden oder zumindest ein entsprechendes Liniennetz in den Sucher beziehungsweise auf dem Display einblenden lassen. Ein weiteres nützliches und zudem relativ preisgünstiges Utensil, das die exakte Ausrichtung der Kamera sehr erleichtert, ist eine Aufstecklibelle. Dabei handelt es sich um eine Art "Mini-Wasserwaage", die in den Blitzschuh der Kamera eingesteckt wird. Mit ihrer Hilfe können Sie leicht kontrollieren, dass sich Ihre Kamera nicht auch zur Seite geneigt hat, falls sie sie schräg nach oben oder unten ausrichten mussten.

Standpunkt, Bildausschnitt und Blendenstufe sorgsam wählen

Neben der richtigen Ausrichtung der Kamera spielt der Bildausschnitt bei Architekturfotos eine zentrale Rolle. Bevor Sie diesen festlegen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, ob Ihr Bild eher dokumentarischen oder künstlerischen Charakter haben soll und ob sie eher das große Ganze oder bestimmte Details zeigen wollen. Wollen Sie perspektivische Verzerrungen weitestgehend vermeiden, sollte Ihre Kamera sich etwa in halber Höhe des aufzunehmenden Gebäudes befinden. Da dies praktisch oft nicht möglich ist, können Sie Ihren Aufnahmestandort etwas weiter weg verlegen oder die Kamera neigen - unter Beachtung der zuvor beschriebenen Hinweise.

Vergessen Sie nicht, auf die Bildränder sowie auf den Vordergrund, gegebenenfalls auch auf den Hintergrund, zu achten. Gerade bei Weitwinkelaufnahmen ist es wichtig, dass der Vordergrund im Vergleich zum eigentlichen Aufnahmeobjekt nicht unverhältnismäßig groß, weit und leer wirkt. Blenden Sie zudem auch ausreichend ab, damit die erforderliche Schärfentiefe erreicht wird. Wählen Sie jedoch nie die maximale Blendenstufe Ihres Objektivs wie etwa die 22, sondern eher eine oder zwei Stufen weniger, um Beeinträchtigungen der Bildqualität zu vermeiden.

Zeit, Lichtsituation und weiteres Zubehör für die Architekturfotografie

Eine zu große Helligkeit kann bei Architekturaufnahmen nachteilig sein, weil dann oft übertrieben starke Kontraste von Licht und Schatten entstehen. Gerade für dokumentarische Aufnahmen ist ein leicht bewölkter oder gar bedeckter Himmel gar nicht schlecht. Besonders reizvoll sind Architekturbilder, die in der "blauen Stunde", also im Dämmerlicht zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit, entstehen. Aufnahmen in voller Mittagssonne oder mitten in der Nacht sind dagegen meist problematisch und führen oft nicht zu optimalen Ergebnissen.

Um die Bildqualität zu verbessern, können Sie auch Filter einsetzen. Ein Polarisationsfilter beispielsweise lässt Farben brillanter und Kontraste effektvoller wirken. Und falls Sie besonders häufig Architektur fotografieren oder dies auf professionellem Niveau tun möchten, werden Sie früher oder später möglicherweise auch in ein Tilt-Shift-Objektiv investieren müssen, mit dem sich stürzende Linien von vornherein ausgleichen lassen.