Streetfotografie: die ersten Schritte Zurück

14.11.2018

Streetfotografie ist nicht einfach nur das Fotografieren von Straßen, sondern meint vor allem das fotografische Festhalten von alltäglichen Situationen im öffentlichen Raum. Dies können komplexere Straßenszenen sein, aber auch einzelne Menschen, Tiere Gegenstände oder architektonische Details. Gute Straßenfotografie zeichnet sich dadurch aus, dass sie ungestellt ist und authentisch wirkt. Und natürlich muss die Aufnahme nicht in jedem Fall auf der Straße entstanden sein, sondern darf auch eine Situation auf einem Feldweg, einem Platz, einem Markt oder an einem beliebigen anderen öffentlich zugänglichen Ort zeigen. Insofern gibt es auch gewisse Überschneidungen von Reise- und Straßenfotografie, ohne dass beide vollkommen miteinander gleichzusetzen wären.

Viel hilft hier wirklich viel

Ein wichtiger Grundsatz für angehende ebenso wie etablierte und erfolgreiche Straßenfotografen lautet: Viel fotografieren! Gerade weil Straßenfotos nicht arrangiert sind, ist es völlig normal, dass am Ende die meisten Bilder vor dem kritischen Auge des Fotografen nicht bestehen können und deshalb gleich wieder gelöscht werden. Selbst Altmeister der Straßenfotografie wie Henri Cartier Bresson haben stets eine große Zahl von Aufnahmen angefertigt, unter denen sich dann einige wenige befanden, die ihren weltweiten Ruf begründeten. Damals war diese für die Straßenfotografie typische Vorgehensweise allerdings noch mit einem relativ hohen Materialaufwand verbunden, der heute glücklicherweise entfällt. Wenn nur etwa jedes zwanzigste Bild für bewahrenswert befunden wird, ist das durchaus normal. Der Auswahlprozess ist gleichzeitig auch ein gutes Training für die nächsten Aufnahmen: Er legt offen, welche Kamera- und Objektiveinstellungen, Motive und Kompositionen zu besonders guten Ergebnissen geführt haben - und welche eben auch nicht.

Das Handwerkszeug für die Streetfotografie

Die ideale Kamera für die Streetfotografie sollte nicht allzu groß oder zu schwer und idealerweise mit einem Normalobjektiv beziehungsweise einem leichten Weitwinkelobjektiv bestückt sein. Alternativ kann auch ein Standardzoom verwendet werden, was jedoch meist mit einem höheren Gewicht und einer insgesamt weniger handlichen Ausrüstung verbunden ist. Je lichtstärker das Objektiv, desto besser. Denn viele Straßenfotos wirken gerade dadurch besonders reizvoll, dass sie ohne Blitzlicht entstehen und mit dem vor Ort verfügbaren Licht auskommen. Wichtiger als die Art der Fotoausrüstung sind jedoch ihre sichere Beherrschung und ein Sinn für reizvolle Bildkompositionen. Übrigens: Eine umfangreichere Nachbearbeitung der Bilder ist in der Straßenfotografie ebenso tabu wie arrangierte Szenen.

Immer locker bleiben...

Gute Straßenfotografie lebt von der Kreativität, und diese wiederum erfordert eine unbefangene, lockere Herangehensweise. Deshalb gilt: Möglichst aufmerksam beobachten, interessante Motive erkennen und diese dann schnell im Bild festhalten, ohne womöglich zu lange auf die günstigste Gelegenheit zum Auslösen zu warten oder erst nach verschiedenen alternativen Aufnahmepositionen zu suchen. Die aufgenommenen Bilder zwischendurch am besten gar nicht angesehen werden, sondern erst ganz zum Schluss beim Aussortieren. Dann wird sich zeigen, dass selbst unter Bedingungen, die vor Ort eher schwierig erschienen, sehr reizvolle und authentische Straßenfotos entstehen können.